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am 17.1.03 eingefügt Die politsche Situation in Venezuela berichtet an zwei Emails
Andres Gunther Pfeifenorgel & Harmonium Reparatur, Restauration und Wartung Caracas, Venezuela
Folgendes kam heute in mein mail. Ich pflege solches Material sehr kritisch zu behandeln und sende es nur selten weiter. Aber ich denke, dieses Schreiben sollte versendet, und wenn moeglich unterstuetzt werden. Ich wurde 1959 in Venezuela geboren und habe zwischen 1984 und 1992 die Restauration und Wartung historischer Pfeifenorgeln von Aristide Cavaille-Coll in Caracas im Auftrag des venezolanischen Staates durchgefuehrt; und kann bezeugen, dass jedes Wort von herrn Werner Rinderknecht wahr ist. Die Tatsache, dass die jetzige venezolanische Regierung legitim gewaehlt und eingesetzt wurde, weil Ende 1998 der groesste Teil der Bevoelkerung ein voellig korruptes, unfaehiges und ueberholtes Zwei-Parteien-System satt hatte, darf kein Grund fuer die Weltoeffentlichkeit sein, die jetzigen Zustaende in Venezuela zu ignorieren oder lediglich als die Kundgebung einiger weniger Unzufriedener oder Mitglieder der Oberschicht die um ihre Privilegien fuerchten, abzutun. Die jetzige politische Richtung plus die systematische Ruinierung der Wirtschaft Venezuelas hat dazu gefuehrt dass meine Werkstatt kurz vor der Schliessung steht, und ich selbst eine Auswanderung ernsthaft in Betracht ziehen muss. Mehrere tausend Unternehmer, Techniker und Fachleute stehen in derselben Situation. Die Tatsachen die hier aufzaehlt werden haben dazu gefuehrt dass Venezuela sich zur Zeit am Rande eines Buergerkrieges befindet. Ein Buergerkrieg in einem Land, welches einen beachtlichen Anteil der Welt-Erdoelproduktion liefert wuerde sich jedoch katastrophal auf die ganze Welt auswirken. Ich muss auch anmerken dass unersetzliche Kulturschaetze die sich in Venezuela befinden zur Zeit in hoechster Gefahr sind. Die jetzige Lage Venezuelas darf also keinesfalls leicht genommen oder nur durch die Augen einer Regierung, welche in drei Jahren das reichste Land Suedamerikas in den Bankrott getrieben und alle Legitimitaet beim Volk verscherzt hat, gesehen werden. Hochachtungsvoll Andres Guenther
>Subject: Ihr Bericht vom 13.1.03 Machtkampf in Venezuela > > >Sehr geehrte Deutsche Welle >Gestern habe ich aufmerksam Ihren Bericht in den Tagesthemen zu Venezuela verfolgt >Leider gab ihr Bericht den Sachverhalt nur unvollständig und in einer von der venezolanischen Regierung beeinflussten Version wieder > >Es stimmt, das Präsident Chavez im Dezember 98 mit grosser Mehrheit vom Volk gewählt wurde und legitim die Regierungsgeschäfte übernommen hat >Eine seiner ersten Amtshandlung war die Ausserkraftsetzung der damals gültigen Verfassung und die Einführung einer neuen "bolivarianischen" Verfassung >Auch diese ist mit grosser Mehrheit vom Volk bestätigt worden. Hauptziel dieser Verfassung war eine grössere Machtbindung beim Präsidenten und Schwächung der Volksvertetung und der förderalistischen Institutionen > >Leider ist aus diesem legalen Anfang durch die nicht in der Verfassung verankerten "bolivarianischen Revolution" ein Sistem entstanden, das auch vor krimminellen Handlungen nicht zurückschreckt und gegen das sich die Mehrheit der Bevölkerung ( nach Meinungsumfragen mehr als 80% und in der Mehrzahl auch die arme Bevölkerung) auflehnt >Ausserdem ist von Ihnen nicht explizit herausgestellt worden, dass das Ziel des Generalstreiks die Forderung nach Neuwahlen ist, der sich Chavez total verschliesst >Sie haben ausserdem nicht erwähnt, das der Hauptträger des Generalstreiks die Gewerkschaften sind und nicht nur die reichen Leute, die um ihre Privilegien fürchten > >Nicht erwähnt wurden in ihrem Bericht folgende Umstände, die die Bevölkerung in der Mehrheit nicht mehr mittragen will. > >Prädident Chavez hat die Rechtsprechungsorgane sämtlich unter seine Kontrolle gebracht und mit ihm hörigen Richtern und Staatsanwälten bestezt und diese sind bereit, die jeweiligen Handlungen der Regierung selbst bei offentsichlichen Rechtsbrechungen gutzuheissen >Dazu gehören: >Der Staatsanwalt verhindert die Klärung folgender Punkte >Präsident Chavez hat bei seiner Wahlkampagne finanzielle Unterstützung durch spanische Banken erhalten. Diese Gelder wurden nicht angemeldet und >eine letzte Tranche von 1 Mio US$ wurden ihm persönlich ausgezahlt als er bereits als Präsident im Amt war (unversteuert und mittlerweile von den spanischen Gerichten bestätigt) > >Seit Dezember sind ca 3.000 Mio US$ aus Einnahmen der PDVSA verschwunden, ohne das das Geld überhaupt bei der venezolanischen Zentralbank einbezahlt wurde >Gegen die Regierung sind mehrer Strafanzeigen erstattet worden, ohne das bisher ein Staatsanwalt sich damit beschäftigt > >Die Regierung finanziert und fördert ihre Circulos Bolivarianus unrechtmässig aus Steuermitteln >Hierbei handelt es sich um Gruppen in den Armenvierteln die offiziel soziale Aufgaben wahrnehmen sollen aber in Wirklichkeit wie im 3. Reich die SA als Schlägertrupps ausgebildet werden und immer gegen Versammlungen der Opposition zum Einsatz kommen. Ein Teil dieser Gruppen ist mit Waffen ausgestattet worden, die der Armee entwendet worden sind > >Die Regierung unterstützt mit Waffen und sostigen Gefälligkeitsdiensten die kolumbianischen Guerilla > >Die Regierung versucht nach kubanischem Muster (Gottsei Dank bisher erfolglos) die Gewerkschaften, die Universitäten, die Kirchen und sonstige freiheitlichen Institutionen unter ihre Kontrolle zu bekommen > >Die laut Verfassung zur den jeweilgen Stadtverwaltungen gehörende Polizei ist in Caracas vom Militär bestezt worden. Trozt gegenteiligen Gerichtentscheid des (Chavez hörigen) obersten Gerichtshofes ist dem Bürgermeister die Befehlsgewalt entzogen worden. Heute Nacht wurde die Polizei vom Militär entwaffnet, so das eine efektive Verbrechensbekämpfung nicht mehr gewährleistet ist > >Der Präsident hat vor eigen Wochen in einer seiner stundenlangen Fernsehsendungen das Militär aufgefordert sich nicht an Rechtssrechungen der Gerichte zu halten, wenn diese seinen Anweisungen zuwiderlaufen > >Tatsächlich werden derzeit durch das Militär z. B. Lastwagen und andere Produktionsmittel von Privatfirmen beschlagnahmt und eingestezt, obwohl das nur in einem Ausnahmezustand, der bisher nicht verkündet wurde, möglich ist > >Ausserdem hat die Regierung in der letzten Woche angekündigt, die Lizenzen der privaten Fernsehsender zu widerrufen, um nur noch ( wie auch in Kuba) eine der Regierung genehme Berichterstattung zuzulassen. > > >Uns erstaunt wirklich, wie die Jornalisten der freien Welt die Wirklichkeit verzerren und nicht merken, das der Machtkampf der Mehrheit der venezolanischen Bevölkerung darum geht, die freien demokratischen Lebensformen zu erhalten und ein Regime kubanischer Maxime zu verhindern. Chavez hat seine Legitimation beim Volk verwirkt und die Zahlen sprechen für sich. Wenn die Regierung zu einer Kundgebung aufruft versammeln sich bis zu 30000 Personen, die dazu auch noch aus Steuermitteln widerrechtlich bezahlt werden, während von der Opposition jeden Tag hunderttausende, machmal auch Millionen, freiwillig im ganzen Land an den Prostestmärschen teilnehmen >Es ist schade, dass wir vom Ausland nicht mehr Unterstüzung erhalten und gerade Deutschland, das nach der Hitlerzeit im Osten 50 Jahre unter einem kommunistischen Unrechtstaat zu leider hatte, kommt hier eine besondere Verantwortung zu > >muy atentamente/ with best regards >Werner Rinderknecht > >PS.: > >Der Unterzeichner ist Geschäftsführer der Telenorma CA die vormals zum Bosch-Konzern gehörte und war von 95-2000 Präsident der deutsch-venezolanischen Handelskammer CAVENAL und lebt seit 1964 in Venezuela
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