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Die Walcker Konzert-Orgel im Kgl. Odeon, München

Mit elektrischer Traktur und verschiebbarem Spieltisch

Opus 1233 Disposition Anno 1906

© gwm 2003 www.walckerorgel.de

I.Manual (C-a'" 58 Noten):

II. Manual (C-a'" 58 Noten): (Schwellwerk)

III. Manual (C-a'" 58 Noten): (Echowerk)

Pedal (C-f 30 Noten):

1. Prinzipal 16'

2. Prinzipal 8'

3. Viola di Gamba 8'

4. Doppelflöte 8'

5. Bourdon 8'

6. Flute Octaviante 8'

7. Gemshorn 8'

8. Dulciana 8'

9. Nachthorn 8'

10. Oktav 4'

11. Rohrflöte 4'

12. Violine 4'

13. Waldflöte 2'

14. Mixtur 5 fach 4'

15. Kornett 3—5 fach 8'

16. Fagott 16'

17. Trompete 8'

18.Clarino 4'

19. Bourdon 16'

20. Prinzipal 8'

21. Hohlflöte 8'

22. Fugura 8'

23. Quintatön 8'

24. Salizional 8'

25. Konzertflöte 8'

26. Dolce 8'

27. Unda raaris 8'

28. Prinzipal 4'

29. Traversflöte 4'

30. Viola d'amour 4'

31. Flautino 2'

32. Mixtur 3 fach 22/3'

33. Rauschquinte 22/3und 2'

34. Trompette härm. 8'

35. Klarinette 8'

36. Lieblich Gedackt 16'

37. Geigenprinzipal 8'

38. Bourdon 8'

39. Wienerflöte 8'

40. Echo Gamba 8'

41. Spitzflöte 8'

42. Aeoline 8'

43. Voix Celeste

44. Fugura 4'

45. Salizet 4'

46. Gemshorn 4'

47. Pikkolo 2'

48. Zymbel 3 fach 2'

49. Sesquialtera 22/3' und 1 3/5’

50. Oboe 8'

51. Horn 8'

52. Vox Humana 8'

53. Grand Bourdon 32'

54. Prinzipalbass 16'

55. Violonbass 16'

56. Subbass 16'

57. Gedecktbass 16'

58. Sanftbass 8'

59. Oktavbass 8,

60. Violoncellobass 8'

61. Oktav 4'

62. Kornett 3 fach 8'

63. Posaunenbass 16'

64. Tuba 8'

65. Koppel III. Man. z. II. Man.

66. „ II. „ „ I. „

67. „ III. „ „ I. „

68. „ I. „ „ Pedal

69. „ II. „ „ „

70. „ III. „ „ „

71. Superoktavkoppel I. Man.

72. Suboktavkoppel II. Manual zum I. Manual.

73. Kollektivdrücker für Tutti und Koppeln.

74. Kollektivdrücker für For-tissimo ohne Manualkoppeln.

75. Kollektivdrücker für Porte.

76. Kollektivdrücker für Mezzoforte.

77. Auslöser der Zungenstimmen.

78.—80. Drei freie Kombinationen für alle Register.

81. Rollschweller fürs ganze Werk.

82. Auslöser d. Rollschwellers.

83. Auslöser der Handregistrierung.

84.—85. Zwei Pianopedaltasten fürs II. und III. Manual.

86. Schwelltritt für sämtliche Register des III. Manuals.

87. Schwelltritt für sämtliche Register des II. Manuals.

88. Zifferblatt f. Rollschweller.

89. Windzeiger.

90. Kalkantenglocke

   

Diverse Gutachten:

München, 24. April 1908.

Wir bestätigen hierdurch mit Vergnügen, dass die von den Kgl. Württ. Hoforgelbaumeistern Herren E. F. Walcker & Cie. in Ludwigsburg im Jahre 1905 erbaute Orgel im grossen Konzertsaale des Kgl. Odeons als Solo- wie als Begleitinstrument allgemeine Anerkennung findet.

Die elektro-pneumatische Traktur funktioniert in jeder Beziehung ganz ausgezeichnet und ist dieselbe bei grösseren Werken den rein­pneumatischen vorzuziehen.

Mit dem bezeichneten Werk ist entschieden eine mustergültige Konzertorgel geschaffen worden.

Direktion der Kgl. Akademie der Tonkunst in München.
gez. F. Mottl.                       gez. Bussmeyer.

 

Strassburg i. E., 12. März 1908

. .......  Es freut mich herzlich, dass Sie so viel elektrische Werke bauen; die Konkurrenz  kommt Ihnen  so  leicht hierin nicht nach und Sie werden allgemein um die Zuverlässigkeit Ihres Systems beneidet!   Ich hätte  in  meinen kühnsten Träumen eine derart ab­solute  Zuverlässigkeit  nie   erwartet  und  würde Ihnen raten, alle Werke über 20 klingende Stimmen elektrisch zu bauen, wo ein Elektromonteur in der Nähe ist. .....

gez. J. F. Emil Rupp, Kaiserl. Musikdirektor. Strassburg- i. E., 8. April 1908 .......  

 

 

Ausser der  von  vielen   für  das  Ideal  gehaltenen Barkerschen Mechano-Pneumatik in Verbindung mit der Schleiflade ist es einzig und allein die Elektro-Pneumatik,  welche daspolyphone Gewebe einer Bachschen Fuge klar und natürlich vor dem Hörer erstehen lässt. Wenn schon die Verbindung mit der für die tieferen Töne besonders ungünstigen Kegellade in meiner Orgel so brillante Resultate ergeben hat, so ist zweifelsohne in der Kombination dei Elektro-Pneumatik mit der Ausstrom-Lade und direkter Windführung die Bahn für die weitere Entwicklung des deutschen Orgelbaus gewiesen. Angesichts der durch Walcker er­zielten glänzenden Resultate, sowohl in Bezug auf Präzision als ab­solute Zuverlässigkeit, wird wohl kein ernst zu nehmender Fach­mann das System der Röhrenpneumatik noch anders als vom sekun­dären Utilitätsstandpunkt aus bewerten!

gez. J. F. Emil Rupp, Kaiserl. Musikdirektor.

 

Köln-Lindenthal, 29. April 1908.

Die von der Firma E. F. Walcker & Cie., Ludwigsburg in der Stadt. Festhalle zu Landau-Pfalz erbaute Orgel habe ich gelegent­lich der Uebergabe an die Stadt solistisch und bei der Festaufführung des „Messias" begleitend gespielt. Es gereicht mir zur besonderen Freude, meiner Anerkennung für die ausgezeichnete Leistung der Firma Walcker Ausdruck geben zu können, da das damalige Zu­sammenwirken mit Orchester, Chor und Solisten mir selbst die seltene Gelegenheit bot, vom Spieltisch aus, weitab von der Orgel, die Klangwirkung des vollen Werkes, die Schönheit seiner Gruppen- und Einzelregister zu geniessen und die Präzision seiner Handhabung zu beobachten.

gez. Professor Franke.

Urteile der Presse:

Dortmunder Zeitung Nr. 75 Abend-Ausgabe vom 10. Febr. 1908.

Mitteilungen über Orgelbauten: Gelegentlich der Einweihung des Grossherzoglichen Hoftheaters in Weimar wurde die neue Orgel der Oeffentlichkeit übergeben, die allerseits berechtigtes Staunen hervorgerufen hat- Das Werk besteht aus 19 Registern, auf 2 Manuale und l Pedal verteilt, 9 Nebenzügen und hat seinen Platz auf dem Dachraum, 15 Meter über dem Parkett. Das Ganze ist in einen Schwellkasten eingeschlossen, mit 2 Jalousiewänden versehen, wovon die eine nach dem Zuschauerraum, die andere nach dem Bühnen­raum ausmündet. Durch diese Aufstellung sind ganz aussergewöhnliche Klangwirkungen zu erzielen. Da das Werk auch die Bestim­mung hat, konzertlichen Zwecken als Begleitinstrument zu dienen, so ist der Spieltisch verstellbar angebracht. Derselbe kann mit dem Orchesterraum gehoben und gesenkt, gleichzeitig aber auch an jeder anderen Stelle der Bühne bedient werden. Die Präzision der Ansprache und das Zusammengehen mit dem Orchester ist trotz der grossen Entfernung überraschend, die Intonation künstlerisch vollendet.

Wie das Grossherzogliche Hoftheater hat auch die evang. Stadtkirche eine neue mit elektrischer Traktur versehene Orgel von 68 Stimmen. Der Unterzeichnete hatte die Freude, auch diese, der Orgelbaukunst zur Zierde gereichende Schöpfung vollständig kennen zu lernen. Die ganze Orgel, mit Ausnahme der Manualprinzipale, welche den Prospekt bilden, steht in einem grossen Schwellkasten in Höhe der zweiten Empore, während unter der Orgel Raum für Sängerchor und grosse Orchester frei ist, und der Spieltisch hier unten direkt vor dem Dirigenten aufgestellt ist und so mit ihm in unmittelbarer Fühlung bleibt, was bei grossen Musikaufführungen von grossem Werte ist. Herr Professor Degner, Grossherzoglicher Konservatoriumsdirektor, spielte das Präludium und die Fuge A-moll von Bach und einige andere Sachen und brachte in meisterhafter Weise die Gesamt- und Einzelwirkungen zu Gehör. — Auf der­selben Reise, die den Zweck hatte, eingehende Studien über elek­trische Trakturen zu machen, besichtigte ich dann noch die neue Orgel der evang. Kirche zu Remscheid (Rheinprovinz), ein Orgel­werk von 32 Registern, 3 Manualen und Pedal. Hier sind die ein­zelnen Teile der Orgel getrennt von einander aufgestellt. Der Spieltisch befindet sich auf der unteren, das 3. Manual (Echowerk) auf der oberen Empore, während die Hauptorgel auf der grossen gegenüberliegenden Empore steht. Auch hier, trotz der grossen Entfernung, präzise Zusammenwirkung.

Alle drei genannten Werke stammen aus der rühmlichst be­kannten Weltfirma Walcker-Ludwigsburg, welche hiermit er-

 

neut den Beweis erbracht hat, dass die Elektrizität auch im Dienste des Orgelbaues den Sieg davongetragen hat.

Dieses glänzende, dem Orgelspiel unentbehrliche System wird nun auch in Westfalen erstmals zur Anwendung kommen bei den Orgelneubauten in der Reinoldi- und Marienkirche, denen die Pres-byterien ein ganz besonderes Interesse entgegenbringen.

Dortmund, den 8. Februar 1909.        C. H.

 

Deutsche Export-Revue Nr. l vom 1. April 1908.

Von der Firma E. F. Walcker & Cie., Hoforgelbaumeister in Ludwigsburg, sind im Jahre 1907 76 neue Orgeln geliefert worden, wodurch der hohe Grad ihrer Leistungsfähigkeit dokumentiert wird. Hervorragende Werke sind insbesondere auch die im Jahr 1907 erbauten grösseren Konzertorgeln in Landau, Barcelona, Dortmund, Weimar, Remscheid, Berlin, die fast alle elektrische Spieltraktur haben, und den in diesem Jahre Stuttgart-Markuskirche, Hamburg-Musikhalle, Graz-Stefaniensaal, Dortmund-Reinoldi und Marienkirche mit gleichfalls elektrischer Traktur folgen werden.

Ein Drittel des ganzen Umsatzes ist nach dem Ausland, u. a. den Kanarischen Inseln, Mexiko (14), England (3), Russland (9), Philippinen, Belgien, Finnland, Kapkolonie, Schweiz, Spanien und Italien gegangen. Alle diese Werke tragen dazu bei, den Weltruf dieser seit nahezu 9 Dezenien bestehenden Firma, die bis Anfang 1908 nicht weniger als 1418 Neubauten ausführte, immer mehr zu befestigen.

 

„Der Klavierlehrer" Nr. 6  dat. vom 15. März 1908.

Der Blüthner Saal (Berlin) hat durch die Anschaffung einer grossen Orgel die letzte Bedingung erfüllt, die man heutigen Tags an einen Konzertsaal vornehmen Stils zu stellen berechtigt ist. Das imposante, vom württembergischen Hof Orgelbauer E F. Walcker verfertigte Werk gehört, wenn auch nicht zu den grössten, so doch zu den eigenartigsten und bezüglich seiner Klangschönheit voll­kommensten Berlins. Es verfügt über 3 Manuale mit 46 und l Pedal mit 15 Stimmen, zusammen also über 61 Register, die in der ver­schiedensten Weise miteinander verbunden und mit Hilfe einer Crescendo- und Decrescendowalze, eines automatischen Pianopedals und verschiedener Nebenzüge die denkbar mannigfachsten Schattie­rungen und überraschendsten Klangeffekte zu erzeugen imstande sind. Bei den bisherigen Konzerten erwies sich die neue Orgel als ein Werk von so hoher Vollkommenheit und entfaltete namentlich in den Pianoschattierungen des Vox humana-Registers Klangwirkungen von so zauberischer Schönheit, dass man nicht nur verschiedene Orchesterinstrumente, sondern zuweilen sogar ferne Engelstimmen und verhallende Glockentöne deutlich zu unterscheiden glaubte.

 

 

 

 

 

 

Impressum : 

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