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eingefügt am 19.01.2004 MP3 - komplette Orgelmusikstücke Hier stellen wir vor: erstmalig und einmalig im Orgelbau weltweit: eine komplette OrgelCD mit 41 Stücken im MP3-Format zum Download und kostenfreier Verwendung. Da alle Rechte bei Gerhard Walcker-Mayer liegen, können wir Ihnen als Internetbenutzer freie Verfügbarkeit zugestehen. Und auch in einem weiteren Punkt ist diese CD einmalig, es werden alle Register am Schluss einzeln vorgestellt. Eine romantische, mech. Kegelladenorgel in der Nähe Frankfurt /Main steht somit weltweit zur Verfügung, aus ihren Klangreichtum und etwas aus der spätromantischen, deutschen Orgelgeschichte zu erzählen. Da diese komplette Orgel in Bild und Schrift auf unseren Internetseiten unter Restaurierung dargestellt wird, denke ich, dass es sich um ein hervorragendes Schulbeispiel für jüngere Menschen handelt, die sich klanglich und bildlich über Orgel und besonders über diesen Orgeltyp informieren wollen. Für Lehrer und Schüler also eine kostenfreie Quelle die hoffentlich gut genutzt wird. Für die vielen Interessenten in Südamerika, in Osteuropa und in allen Ländern, wo die Quellen nicht so munter sprudeln wie bei uns, sollte es auch dazu dienen, als kostenloser Service aus Deutschland kulturbereichernd zu wirken, und ein kleines Zeichen sein, dass doch manchmal etwas auch ohne Kommerz getan wird. Für alle die nur einmal reinschnuppern wollen in MP3-Orgelmusik, die es nicht glauben wollen, dass dies ernstzunehmende Möglichkeiten bietet, diese sollten vielleicht direkt online hier einmal ein Register anclicken (z.B. 35. Salicional) , sie werden überrascht sein, wie schnell bei heutigen Übertragungstechniken der Download erfolgt und wie gut die Klangqualität ist. Ganz klar ist jedoch, dass das MP3- Format klanglich im Bass - und Aliquotbereich Einschränkungen vornimmt. Ohnehin bliebt zu bemerken, dass jede elektronische Wiedergabe von Naturinstrumenten einer starken Beschränkung unterliegen und nur die Ausnahme sein sollten. Das wahre Hörvergnügen ist und bleibt der natürliche Ton, das wahre Seh-vergnügen bleibt das natürliche Bild. Die Wahrheit liegt weit, weit weg vom Computer. gwm 19.1.2004 kompletter Download des gesamten Ordners (nroden.zip 180kByte) kompletter Download der MP3-sounddateien (schultheis.zip 18MByte) In den folgenden Zeilen erläutert der Organist die vorgestellten Stücke Orgelliteratur Zunächst erklingen einige Werke der Orgelliteratur aus der romantischen Musikepoche.
1. "Allergro maestoso e vivace", Satz 3 aus Felix Mendelsson Bartholdys Sonate II ist der bewegte und kräftige Mittelsatz des Werkes. Der Anfangsteil wird nach einer lebhaften Baßbewegung nahezu identisch wiederholt und mit einem Trugschluß in eine ausgedehnte Schlußwendung überführt.
2. Der ruhige und sangliche Satz 2 "Andante religioso" aus der Sonate IV des Meisters wird zweimalig durch kurze einstimmige Einwürfe einer Solostimme aufgelockert.
3. In seiner Toccata mit ihren schwungvollen Läufen und Akkordfolgen folgt Max Reger einem uralten Rezept für pompöse Tastenstücke. Ein zurückhaltender Mittelteil wirkt als Ruhepunkt in dem sehr lebhaften Stück.
4. "Vom Himmel hoch, da komm ich her" zählt zu dem Sammelwerk "30 kleine Choralvorspiele" Regers. Die breite Melodieführung wechselt phrasenweise zwischen Sopran und Baßstimme.
5. Gustav Merkels Vor- und Nachspiel beginnt mit einer bewegten Akkordfolge, die in einen Mittelteil mit linearer Achtelbewegung mündet. Es folgt eine Wiederholung des Anfangs und Überführung zum Schlußteil.
6. Die Fughette über BACH aus den "24 Fughetten strengen Stils" des Münchner Organists Josef Gabriel Rheinberger hat einen gleichbleibend ruhigen Charakter und bringt das bekannte Thema insgesamt 9 mal hervor.
7. Das Präludium von Christian Heinrich Rinck beginnt und endet mit schweren punktierten Moll-Klängen. Im Mittelteil erfolgt vorübergehend als Aufhellung eine Wendung zum freundlicheren verwandten Dur-Tonraum.
8. August Wiltbergers Postludium ist ein von Punktierungen geprägtes kurzes Fortestück, in dem sich volle Akkordfolgen mit einigen unisono Passagen abwechseln.
9. In seiner Phantasie über "Großer Gott wir loben dich" bearbeitet Carl Sattler den bekannten Choral in 4 Variationen. Einleitung und Variation I tragen die Satzbezeichnung "Maestoso" und verlangen das volle Orgelwerk. Nach 8 Takten setzt der Cantus Firmus im oktavierten Doppelpedal ein. Wie bei kleineren Orgeln üblich, ist das Pedalwerk auch hier vergleichsweise schwach disponiert und bei vollem Werk die Kopplung an das Hauptwerk zwingend. Trotzdem und trotz Verstärkung durch Oktavierung wird die Melodie bei dieser ersten Variation von den starken Oberstimmen dominiert.
10. Als ruhiger Gegensatz folgt die mit "Etwas bewegt" überschriebene Variation II in Trioform mit Solostimme im Tenor.
11. In der Variation III liegt der Choral ebenfalls in einer Art Trio in Form eines vierstimmigen Satzes als Begleitung vor, dem eine bewegte Solostimme übergeordnet ist. Diese teilt das Stück in drei Teile indem ihr Grundrhythmus von einer Achtel- über Triolen- zur Sechzehntel-Bewegung ansteigt.
12. Die Variation IV beginnt zunächst nur mit der ersten Phrase des Themas. Diese wird immer wiederkehrend von den zarten Streicherstimmen des Unterwerkes bis zum Tutti gesteigert, wo dann auch der gesamte Choral über einer bewegten Baßstimme zu Ende geführt wird.
13. Das Prélude im Andante cantabile aus dem dreiteiligen Werk Prélude Fuge et Variation von César Franck besteht aus einer wiegenliedartigen Melodie mit einfachen Begleitfiguren.
14. Nach einer kurzen akkordischen Überleitung folgt die Fuge mit der unkomplizierten Verarbeitung des Themas "sempre cantando" als Mittelsatz.
15. Im Schlußsatz Variation wird das Thema des Eingangsatzes wieder aufgegriffen und hier von einer filigranhaft virtuosen Stimme begleitet.
16. Eugène Gigouts grandioser Grand Choeur Dialogué ist gemäß dem Titel regelrecht Rede und Antwort zwischen zwei kontrastierenden Manualen. Zu Beginn wird das Thema manualiter auf dem Nebenmanual in verschiedenen Variationen vorgetragen. Die zugehörige kräftige Antwort des Dialogs folgt jeweils 8-stimmig auf dem Hauptwerk verstärkt durch das oktavierte Doppelpedal. Im linearen Mittelteil wird das Gesprächsthema verschiedenartig verarbeitet. Schließlich wird der anfängliche Dialog weitergeführt und bis zum Schluß gesteigert, wo sich die aufgebaute Spannung in klarem G-Dur löst.
Zu guter Letzt soll hier nach dem Motto "Keine Orgel-CD ohne Bach" auch der wohl größte aller Orgelkomponisten und Meister des Barocks auf der romantischen Schlimbachorgel zu Gehör gebracht werden.
17. Kein anderer Komponist hat so viele Orgelwerke geschaffen wie Johann Sebastian Bach. Seine Fantasie in g-moll beginnt mit treibenden Läufen über Orgelpunkten. Zwei zurückhaltende, sangliche Zwischenspiele wechseln sich anschließend mit dramatischen Fortepassagen ab. Die für die damalige Zeit "unerhört" kühne Harmonien über den chromatischen Baßläufen lassen gar eine Erinnerung an die Werke Regers aufkommen.
18. "Wachet auf, ruft uns die Stimme." ist einer der bekanntesten Orgelchoräle Bachs und gehört zu einer Sammlung von sechs Chorälen, den sogenannten "Schübler-Chorälen". Die Sammlung ist vermutlich im Jahre 1746 im Verlag des Johann Georg Schübler zu Zella in Thüringen erschienen. Fünf dieser Choräle, hierzu zählt auch das vorliegende Werk, sind keine Originale, sondern Übertragungen aus Kantaten des Meisters. Die Melodie wird hier von der Tenorstimme übernommen, die der bewegten Oberstimme unterlagert ist.
Registerchöre Hier folgen einige kurze Stücke jeweils mit den Haupt-Registerfamilien der Orgel.
19. Der Gloriagesang "Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe" aus der bekannten "Deutschen Messe" des Romantikers Franz Schubert zeigt den Prinzipalchor, die Männerstimmen der Orgel, wobei dieser auf dem Unterwerk nur aus dem Flötenprinzipal 8' besteht.
20. Der Pfeifenklang beim Gesang zum Agnus Dei "Mein Heiland Herr und Meister" aus selbigem Werk Schuberts besteht aus den Frauenstimmen des Instrumentes mit weit aufgeschnittenen Pfeifen, dem Flötenchor. Register dieser Familie zeichnen sich im Vergleich zu anderen durch einen geringeren Gehalt an Obertönen aus, der bei den oft auch gedeckten Pfeifen ohnehin reduziert ist.
21. Christoph Willibald Glucks Schaffenszeit fällt in die Zeit der Klassik. Sein Werk "De profundis" ist ein vierstimmiger Chorsatz, der sich von dunklem flehendem d-moll zu strahlendem D-Dur entwickelt. Er erklingt mit den eng geschnittenen Streicher-Register, wobei hier im Unterwerk Dolce 8' zu Salicional 8' schwebend gestimmt ist.
22. Eine etwas außergewöhnliche Möglichkeit der Registrierung von Solostimmen zeigt die kleine Improvisation in Trioform über "Ave Maria zart". Die verzierte Solostimme besteht aus Bourdon 16' und Oktav 2' des Hauptwerks in oktavierter Lage, was klanglich einer 8' + 1' Kombination entspricht.
Einzelregister 23.-41. Nun werden die Register der Orgel einzeln vorgestellt. Dies geschieht meist in einem chromatischen Lauf über das gesamte Tonspektrum gefolgt von gebrochenen Akkorden und Kadenzieren in verschiedenen Lagen.
Michael Schultheis wurde 1966 geboren und ist seit 1984 nebenamtlich Organist in St. Matthias zu Nieder-Roden. Er absolvierte von 1982 bis 1985 die Ausbildung zum Kirchenmusiker im Nebenamt im Hauptfach Orgel bei Eugen Großmann † am bischhöflichen Institut für Kirchenmusik in Mainz mit abschließender C-Prüfung. Ab 1992 folgten einige Jahre privater Orgelunterricht im Literaturspiel bei dessen Sohn Andreas Großmann.
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