|
| |
eingefügt : 20.8. 2007/ aktualisiert:
02.11.2008 (c) gwm
2007 (c) 2008
| |
Bukarest
2007-2008
|
|
|
|
|
|
|
|
2008 |
|
|
|
|
Nov. |
|
|
|
|
Nacht ist es, in Bukarest
- und damit wachsen manche
Gespenster ins Unermessliche, und manche Musik ins Erhabene....Nacht ist
es, so hat einst der Dichter gedichtet, und versank ins "schwarze
Träumen", ins Abgründige. Folgerichtig sei am Ende dieser Bildserie gesagt:
".. ach, dass es doch Tag wäre". Bildershow mit grandioser,
unendlicher Orgel, wo nur noch eines stehen bleiben kann: das Gebet mit und
durch die Orgel, te deum laudamus, der ambrosianische Lobgesang. Unser
Abschied von einer Stadt, in die man sich liebendig verirrt hat. |
|
|
|
Okt |
|
|
|
|
erfolgreiche Abnahme unserer Arbeit in Bukarest:
nach 15 Monaten und 2 Wochen Arbeit, ohne einen einzigen Tag Urlaub
einzuschieben haben wir endlich den finalen Abschluss im Atheneum in
Bukarest erreicht, der durch die Direktoren der Philharmonie in Form
einer Abnahme unterzeichnet vorliegt. Damit beschließen wir nun eine
schwierige Zeit, die uns aber auch gewaltige Eindrücke verschafft hat. Die
Stadt Bukarest wird mir in sehr kontrastreicher Erinnerung verbleiben, wobei
mir die extremen Randbelichtungen die schönsten waren. Besonders zwei Dinge
waren es, die mir unvergesslich bleiben werden: die ungewöhnlichen, alten
Häuser, die eine erhabene Stimmung auch jetzt noch im Verfall ausstrahlen,
und die interessanten menschlichen Kontakte.
Auch die
Walcker-Orgel im Atheneum hat diesen Kontrastreichtum assimilliert:
feine, weiche und zurückhaltende Flöten, eine superrunde Holzflöte 8' im
Hauptwerk, die ich jeder Flute harmonique vorziehen würde, butterweiche
Gedackte und Nachthörner, auch die Mixturen sind zunächst einmal etwas
zurückhaltender als bei den Neobarockorgeln aber sie liegen schon einige
Etagen höher als in der Spätromantik und mit siebenfachen Mixturen freundet
sich so schnell kein Orgelbauer an. Etwas problematischer sind die Zungen,
die in den 1960er Jahren dazu kamen. Klangliche Probleme machen auch die auf
mehrere Windladen verteilten Stimmen wie Salicetbass und die in der Front,
auch erst in den 60er Jahren spielbar gemachten Pedalstimmen Octavbaß und
Choralbass. Mit den beiden Schwellwerken hat man nun ganz effiziente
Schweller Mit der Aeoline und Vox coelestis kann man ganz auf ein dunkles
Flüstern herunterfahren, wo es im Saal absolut ruhig sein muss. Der
Tutti-Gesamtklang ist für den Raum angemessen stark, mit Super-und
Sub-Koppeln kann er nochmal so um 30% höher gefahren werden, da ist schon
ordentlich Power dahinter.
Wir werden im Februar zu einer
Einweihung wieder nach Bukarest kommen, wo die Organisten ihre Erfahrungen mit
der Orgel berichten werden. Bereits ab Weihnachten sollen erste Recitels auf
der Orgel durchgeführt werden.
Morgen erhalten wir das vom Atheneum herausgegebene Heft über die Orgel, das wir kostenfrei an alle
Interessenten nächste Woche verschicken. Wer das noch nicht geordert hat,
kann es hier kommentarlos anfordern:
heft_bukarest@walcker.com
Siehe auch hierzu eine kleine Diashow mit Bilder aus der Orgel (heute und gestern) und etwas Orgelmusik von Nicolae
Licaret aus der Orgel im Atheneum (ganz einfach zu steuern mit der
Pfeiltaste rechts, nachdem man ein Bild angeclickt hat) |
|
|
|
Okt |
|
|
|
|
Heilige
Bilder der orthodoxen Kirchen Rumäniens
-
eine flash-Diashow (flashplayer erforderlich) der Sonderklasse, wie
es sie bisher noch nie auf dem Big Web gegeben hat und wie ich meine in
dieser Qualität auch nicht so schnell geben wird. Absolutes Muß für
Jeden, der sich für Kirche und ihre Kunst ganz allgemein interessiert. Jedes
der 120 Bilder ist sorgsam ausgesucht und unterliegt meinem copyright
- das aber nicht sehr restriktiv gehandhabt wird. Bei Interesse sende ich
gerne das originale PS-Bild zu, das in der Regel zwischen 40 und 60 MB hat.
Warum orthodoxe Kirchenkunst?
Gerade hier auf dem Balkan, der beim 3.Wiener Bezirk beginnt und kurz vor
China endet, und der uns so seit fast 16 Monaten das Leben gehörig
umgestaltet hat, hat sich eine von unserer Kirche ganz andersartige Kunst
entwickelt, die mit ihrer Variabilität mit seiner Stilvielfalt im
mittleren Abendland gegen die starren Farbfläche und unveränderlichen
Farbschematas der Orthodoxie zu stehen scheinen. Die Statik der
Orthodoxie aber fasziniert den "Postmodernler" weil da eben
tausend Jahre und mehr Unveränderlichkeit im Raum steht.
Bild und Verzierung gehen
zurück auf die byzantinische Kunst, die ihrerseits wiederum auf der
griechischen und ägyptischen Kunst basiert, was man leicht sehen kann, da
Formelemente direkt daraus kopiert erscheinen. Das Heilige dieser Bilder
liegt also nicht in der Technik, im Neugeschaffenen oder in der
Originalität, sondern hinter dem leicht zu greifenden, tiefen Glauben
verborgen. Daher, so fragt man sich, wo kommt der her? Soll das alles
Einfalt und Dummheit sein? Das wäre wohl eine sehr ungebildete, weil
unbebilderte Antwort. Daher haben diese Bilder eine tiefe Wirkung, die sich
nicht vordergründig klären lassen.
dazu ein
erläuternder Hinweis:
Sehr geehrter Herr Walcker, Eben habe ich mir die schönen Bilder
Ihrer Diashow angeschaut und wollte Ihnen signalisieren, dass der
Flügelaltar mit seinen Tafeln und der geschnitzten Holzmadonna nichts mit
der rumänischen Orthodoxie zu tun haben, ebensowenig der geschnitzte
Christus. Die orthodoxe Kirche lässt nämlich keine Statuen zu. Sie stammen
aus einer siebenbürgisch-sächsischen, vormals katholischen Wehrkirche. Der
Flügelaltar kommt übrigens aus der Werkstatt des Johannes Stoß, eines Sohnes
des großen Veit Stoß, der sich in der ersten Hälfte des 16. Jhs. in
Siebenbürgen (Schäßburg) niedergelassen hatte. Insgesamt sind 28
Flügelaltäre aus der Zeit der Spätgotik und Frührenaissance in den
Siebenbürgischen Kirchen zu sehen. Einige von ihnen, aus verlassenen
Dörfern, stehen jetzt im Bukarester Kunstmuseum (1), im Klausenburger
Banffy-Palast (1), im Budapester Historischen Museum (1) und in der
Schäßburger Bergkirche (4). Diese Flügelaltäre hätten allerdings ihre eigene
flash-Diashow verdient.
Mit freundlichen Grüßen, Alex Mihailescu
|
|
|
|
Okt |
|
|
|
|
Der
Kampf mit dem Dämon
geht langsam
in seine Endphase. Wir sind bereits am 4.November auf dem Flug zurück nach
Deutschland und wollen von dort an alle interessierten Orgelfreunde, Freun de
der Walckerorgeln und was es sonst noch für begeisterte Leute rund um die
Orgel gibt, ein kostenloses Heft verschicken, das über diese Orgel vom
Atheneum Bukarest in Auftrag gegeben wurde. Diese Aktion ist begrenzt auf Anfang
November. Eine geplante CD-Aufnahme wird erst ab Feb/März09 zur Verfügung
stehen. Eine umfangreiche Dokumentation wird ebenso erst im Dezember hier
auf unseren Seiten gemacht werden. Bitte das Heft nur unter der
nachfolgenden Emailadresse anfordern; und falls jemand an einer rumänischen
Version interessiert ist, bitte das vermerken:
heft_bukarest@walcker.com |
|
|
|
Okt. |
|
|
|
|
neuer Blog "Mixturen Bukarest"
online, darin
wird auch etwas über Intonationswerkzeug gezeigt. |
|
|
|
Juni |
|
|
|
|
Die Walcker-Orgel im Bukarester
Atheneum und "Die Zeit von Gestern"
ein Beitrag von
mir zur Veröffentlichung einer Schrift anlässlich des 120 jährigen
Bestehens des Atheneums in Bukarest 1888-2008. |
|
|
|
Mai |
|
|
|
|
Momentan ist Justus Frantz
an der Philharmonie im Atheneum probend
tätig. Er gibt am Donnerstag und Freitag zwei Konzerte als Dirigent und
Solist am Klavier, Mozart und
Bruckner. Wir haben ihn aus der Orgel heraus gefilmt, was heute abend
gezeigt wird. Hauptcredo des Meisters: Crescendo, Crescendo, more
Crescendo... (Video Probe der 9.Symph.
Bruckner, mit Justus Frantz in Bukarest am 20. und 21. Mai 2008 -78MB) |
|
|
|
|
|
|
|
April |
|
|
|
|
 |
Auf
Denkmalschutz wird
in Bukarest
der allergrößte Wert gelegt, wie das angeheftete Bild eindeutig beweist.
In unserem trailer "Buk - the city"
wird die Stadt erstmals in nötigem Respekt und angemessener
Auflösung gezeigt, die hier notwendig ist, um alle Details richtig zu
verstehen. Zwei Dinge gibt es in Bukarest, an denen man nicht vorbeikommt:
die Orthodoxe Kirche und das Caru' cu bere (Das Haus der Biere, in der
Stavropoleos Nr.5). Beides wird in dem Film beleuchtet. Dieses Video hat
also 12MB und ist 7,5min lang und ist Alexandru Mihailescu gewidmet. Mehr
wird dazu nicht gesagt. |
|
|
|
|
 |
Konzertprobe der
Bukarester Philharmoniker für das Konzert
der 60
Staatsoberhäupter heute um 18 Uhr im Atheneum.
Auf diesem Video können Räumlichkeit und Konzertproben der Bukarester
Philharmoniker eingesehen werden, wie es
heute gegen 18Uhr im Atheneum
für die Staatsgäste und Delegierte aufgeführt wird. Die Proben fanden am
1. und 2. April statt.(heute neue und kürzere Version des Clips
aufgespielt)
|
 |
54 festgenommene NATO-Gegner
sind inzwischen wieder auf freiem Fuss,
darunter sind 22 Deutsche. Sie gaben an, von der rumänischen Polizei
geschlagen worden zu sein.
|
 |
Vleugels entlässt sechs Orgelbauer
Der gesamte deutsche Orgelbau habe derzeit massive Probleme. "Im
Vergleich zu anderen Betrieben sieht es bei uns sogar noch vergleichsweise
gut aus", ... |
 |
wir suchen dringend Person, die uns zwei LP-Schallplatten
digitalisiert. Sollte möglichst bis Ende des Monats erledigt sein. -
danke, die Sache ist erledigt ! |
 |
Ruhe und Vogelgezwitscher: Bukarest in NATO-Ferien
Bukarest
(dpa) - Mitten in der Woche hat die NATO Sonntagsstimmung nach Bukarest
gebracht. Anders als sonst übertönt kein Verkehrslärm das Vogelgezwitscher
am Morgen. Die rumänische Hauptstadt steht sonst stets kurz vor dem
Verkehrsinfarkt.
|
Jetzt aber
haben viele Bewohner während des NATO-Gipfeltreffens einen Kurzurlaub
genommen, weil sie befürchteten, wegen der strengen Sicherheitsbestimmungen
und gesperrten Verkehrsadern gar nicht mehr durch ihre Stadt zu kommen.
Schulkinder und Lehrer haben frei, etliche Behörden sind geschlossen.
Pensionen und Hotels in den nahen Karpaten hatten mit Sonderangeboten für
Gipfel-Flüchtlinge aus Bukarest geworben.
Im
exkommunistischen Rumänien, wo einst viele jahrzehntelang wahrhaftig auf
eine Landung der Amerikaner gehofft hatten, wird die Zugehörigkeit zu
westlichen Bündnissen wie der NATO inzwischen als Selbstverständlichkeit
empfunden. Auch dass sich die NATO-Staats- und Regierungschefs ausgerechnet
im monströsen Parlamentspalast treffen, den Diktator Nicolae Ceausescu als
«Palast des Volkes» bauen ließ, wirkt nur auf westliche Besucher wie eine
Ironie der Geschichte.
Dass
US-Präsident George Bush nun höchstpersönlich da ist, versetzt allenfalls
Politiker wie Rumäniens Staatspräsident Traian Basescu in Aufregung. Basescu
war von Anfang an ein enthusiastischer Proamerikaner. Gleich zu Beginn
seiner Amtszeit 2005 hatte er die «Achse Washington-London-Bukarest» zum
Prinzip seiner Außenpolitik erklärt - viele Beobachter amüsierte diese als
geschraubt empfundene Formel. Rumänien ist mit hunderten Soldaten am
US-geführten Irakeinsatz beteiligt. Jetzt honorierte der US-Präsident diese
Treue: Nur wenige Stunden vor der Gipfel-Eröffnung reiste Bush für einen
Auftritt mit Basescu extra aus Bukarest ans Schwarze Meer. Es ging darum zu
zeigen, dass Amerika und die NATO sich auch für die bisher als strategisch
unbedeutend geltende Schwarzmeerregion interessieren werde.
Die
Bukarester und Orgelbauer von Walcker, die zu Hause geblieben sind, freuen sich derweil über ihre
ausnahmsweise sauber geputzte Stadt. Extra wegen des Gipfels wurden Straßen
gewaschen und Straßenhunde eingefangen. An neu gepflanzen Blumenbeeten
wurden Wächter aufgestellt, damit diese nicht gestohlen werden. Dutzende
Obdachlose, die in der Kanalisation lebten, wurden weggebracht - schon
allein weil die Kanaldeckel aus Sicherheitsgründen zugeschweißt wurden. 26
Millionen Euro veranschlagte die Regierung für den NATO-Gipfel, davon allein
25 000 Euro für Fahnenschmuck.
Sogar an das
physische Erscheinungsbild der 12 000 Polizisten, die aus dem ganzen Land
zum Gipfel-Einsatz zusammengezogen wurden, hat die Regierung gedacht.
Innenminister Cristian David ordnete an, dass nur attraktive, schlanke
Beamte auf die Straßen gelassen werden.
 |
Massenverhaftungen in Bukarest
12.30, drangen Hunderte von Polizisten in das
Convergence Center, dem Treffpunkt der Anti-Nato Versammlung in
Bukarest. Gerade schätzen einige Organisatoren ... |
 |
Gewalt gibt es auch ohne Blutvergiessen
Dieser Text stammt von Mircea Cartarescu, einem
Dichter und Schreiber, der es geschafft hat, etwas ganz Wesentliches der
Stadt und der Menschen in Worte zu fassen. Wer Bukarest verstehen will,
muss diesen Artikel gelesen haben - aber seien Sie vorsichtig: "Bukarest
ist überall". Einst galt Bukarest als Klein-Paris, heute ist
die Stadt in jeder Hinsicht trostlos geworden. Ein Menetekel für Europa.
Gewalt ist nicht immer «gewalttätig» ... |
in Bukarest wird nur noch am Nato-Gipfel (Narrengipfel)
geschraubt.
Es wird der «größte» Gipfel der NATO in ihrer 59-jährigen Geschichte sein:
3000 Delegierte werden vom 2. bis 4. April in der rumänischen Hauptstadt
Bukarest erwartet, 2000 Journalisten sind akkreditiert, und angesichts
verschiedener Protestaufrufe in mehreren Ländern Europas werden gut 10 000
Polizisten das Mammuttreffen schützen.
Ein spezielles Konzert in Atheneum,
bei dem Bush, Merkel &Co erwartet werden, wird gerade von der Philharmonie
eingeübt: "Bilder einer Ausstellung" von M.P.Mussorgski. - wir
haben es heute nicht mal geschafft in eine Parallelstraße nahe unserer Orgel
uns vorzuarbeiten. Ein massives Polizeiaufgebot hat uns geblockt. Sehen wir
mal, wie es weitergeht. - späte Ergänzung: Wir sind nochmal
reingekommen. Auch morgen haben wir die Chance unsere Arbeit zu tun - dann
aber ist absolut Schluss. Am Donnerstag ist das Gebäude zu. Donnerstag
Mittags gegen 18Uhr wird dort ein Konzert für die 60 Staatspräsidenten und
verschiedene Delegierte aufgeführt, so dass vormittags CIA, FBI, BND, (Stasi gibts ja leider nicht mehr) den ganzen Komplex unter die Lupe nehmen. Dazu
müssen wir morgen verschiedene "Hinweisschilder" ausdrucken und befestigen,
insbesondere auch ein kleines Werbeplakat. Schön, dass nun Frau Angela
Merkel, George Doubbleju Bush, Nicolas Sarkozy und weitere 13
Staatsoberhäupter endlich unsere Orgel sehen können!
|
|
|
|
|
|
|
|
01.März |
|
|
|
|
TV Beitrag zur Restaurierung der Walcker-Orgel
in
Bukarest Atheneum. Dieser TV-Beitrag des Rumänischen Fernsehens in
deutscher Sprache wurde von mir aufs Web etwas umgestaltet. Wir haben daraus
einen 12 minütigen Zusammenschnitt gemacht, und somit ist
Bukarest.wmv ist 65MB das
bisher umfassendste Video-Dokument über unsere Arbeiten dort. Außerdem ist
eine Orgeleinlage von Nicolae Licaret aus dem Jahr 2003 zu hören, wo auch
die klanglichen Mängel der Orgel in Erscheinung treten.
|
|
|
|
|
|
|
|
bisher sind folgende Blogs, workshops und videos erschienen:
|
|
|
|
|
|
|
| 28.Feb |
Die
Arbeiten an der Walcker-Orgel im Atheneum sind
nun im GEO-Heft März schön dokumentiert. Leider hat der Fotograf sich zuviel
mit meiner Person beschäftigt, anstatt noch weitere Mitarbeiter mit
einzubinden. Dennoch haben wir ein paar schöne Bilder und einen
ansprechenden Text, der demnächst ins Deutsche übersetzt wird. Auf der
Internetseite http://geomagazin.ro wird
ebenfalls mit schönem Bild auf diesen Artikel aufmerksam gemacht. Im Laufe
der Woche werden wir noch unsere TV-Vorstellung im Rumänischen
Fernsehen in Form eines Videos zeigen. Der 20minütige Beitrag wurde
vergangenen Donnerstag ausgestrahlt.
Hier ist der komplette GEO-Artikel als PDF |
|
|
|
|
|
|
|
also gestern abend so gegen 16Uhr hat eine Leiter
mir ihre Dienste versagt, so dass ich aus einer Höhe von glatten zwei Metern auf dem Granitboden
aufgeschlagen bin. Meinem Herrn danke ich, dass der Aufprall nur zu zwei
geschwollenen Armen geführt hat, die allerdings in der Folge des heutigen
Tags mehr und mehr wie Hefeteig aufgegangen sind. So ich also Gedanken
hege, wieder
zum "Schamanen" einzukehren. Gelegenheit an eine alte Geschichte zu
erinnern, die mir zu Beginn unserer Arbeit in Bukarest geschehen ist. DER SCHAMANE - Sanatorio
Bukarest (PDF) |
|
|
|
23.Feb |
|
|
|
|
filarmonica heisst
unser neuester Video mit rund 10 MB, der den Konzertbetrieb im Bukarester
Atheneum vorstellt. Es gibt hier zwei Perspektiven, eine als normaler
Konzertbesucher, der von Beginn an die Walcker-Orgel sieht und eine zweite
Perspektive, wo von der Orgel heraus auf die konzertierenden Musiker gesehen
wird. Das Konzert fand gestern Abend statt, wo als Dirigent Kriss
Russmann tätig war, und eine herausragende Solistin am Klavier, Beata
Bilinska zu hören war. Ein ganz aussergewöhnlich gutes Stück stellte
für mich Peteris Vasks "Musica dolorosa" dar.
Seit mehreren
Wochen hören wir so die Bukarester Philharmoniker auf zwei Arten,
einmal während den Proben in der Orgel, und dann zum Wochenausklang eben am
Freitag Abend im Konzert. Die Atmosphäre in diesem runden, recht intimen
Saal, ist umwerfend. Ein begeisterungsfähiges Publikum und bisher nur beste
Dirigenten, die eine hervorragende Mannschaft an Musikern antreffen. Die
Klangeigenschaften dieses Raumens, der mit üppigen Polstern ausgestattet
ist, werden so mehr und mehr bewusst. Und wir wissen schon, dass die Bässe
hier gewaltig verschluckt werden, während einzelne hohe Frequenzen
ausgesuchte Priorität haben.
|
|
|
|
|
|
|
|
Pfeifen, ...nichts als Pfeifen.. ist unser
neuester Video auf unserem aeolineBlog. Dort enthalten sind eine Pfeife von
Andreas Silbermann, ein Nachbau der römischen Aquincumpfeife, eine
durchlagende Clarinette von Weigle und andere Feinheiten. Mit diesem Video
wollen wir einen Reigen an Videos über Pfeifen der Bukarester Walcker-Orgel
einläuten. Die Pfeifen werden per Mund angeblasen und es wird auf ihre
Eigenheiten dezidiert eingegangen. Also......, es ist in der Regel daran
gedacht interessierten Laien einen Einblick in die Vielfalt der Orgelpfeifen
zu geben. (den Fachleuten empfehlen wir in eine der vielen anderen Quellen
im Internet einzutauchen)
Pfeifen…. nichts als Pfeifen - Start zur Serie |
|
|
|
25.Jan. 2008 |
|
|
|
|
NEWS aus Bukarest: heute nun
endlich unser Fernsehauftritt mit einwöchiger Verspätung. Es wird im Februar
eine Sendung im Rumänischen Fernsehen geben (20min!) über unsere Arbeit hier
im Atheneum in deutscher Sprache für Siebenbürgen mit rumänischen
Untertitel. Und diese Sendung wollen wir auch hier in Teilen vorspielen.
Außerdem erscheint unsere Arbeit im nächsten GEO-Heft in Rumänien, auch das
werden wir hier zeigen. Sehr interessant die Aussage des TV-Redakteurs, dass
er sich über 2 Tage auf unseren Internetseiten aufgehalten hat, kein Ende
sehend. Da wurden Fragen über Lagos, Costa Rica und anderen
Orgel-Welt-Teilen gestellt, die doch sehr deutlich klarstellen, dass wir
hier richtig liegen mit unserem Konzept, über den Tellerrand der
kult-reduzierten Deutschtümmelei, wie sie sehr schnell im Orgelbau Fuß zu
fassen bereit ist, hinauszublicken. Besser ist noch hinaufzublicken ins
jenseitige Europa. Nur noch der völlig desinformierte Kleinbürger bekrittelt
hier die Geldausgaben nach Bulgarien und Rumänien, ohne zu ahnen, dass damit
wie in Spanien und Griechenland Konsumenten für morgige Waren aus
Deutschland wieder gebastelt werden. Aber was redet man, es gibt ja Leute
die meinen, mit den minimierten deutschen Jahrgängen lassen sich bequem
wachsende Rentengenerationen durchbringen und all ihr aufgeblasener
Wohlstand für Jahrhunderte absichern.
 |
Nachdem nun unser
Fahrer in seinem "philharmonie-eigenen" VW-Kombi ein Blaulicht eingebaut
hat, schafft er es glatt in 35min vom Atheneum zum Hornbach - bei totalem
Verkehrstau wohlgemerkt, wie er ohnehin die meiste Zeit in der Innenstadt
herrscht. Auf den größeren Boulevards und geschaltetem Blaulicht gehen
schon etliche Fahrzeuge zur Seite, und so kann man doch wertvolle Minuten
gewinnen. Findig muss man halt sein?! Wir haben angeregt noch eine
scharfe Polizeisirene dazuzubauen, was sicher noch ein paar Minuten mehr auf
der Strecke rausquetschen sollte.
|
 |
Auch
wertvoll eine Diskussion am Rande der Probenpause mit Gliedern des
Philharmonieorchesters. So ein Trompeter der Meinung war, die ganze
Regierungscrew bestehe zu 80% aus ehemaligen Securitatemitgliedern, was
Korruption und Unheil des Landes verursachen. Ein Kontrabassist warf ein,
dass er mit seiner Frau in Deutschland war, die sich gar nicht mehr
beruhigen konnte über die Ordnung und Sauberkeit und dass dort nahezu alle
Nahrungsmittel billiger seien als in Bukarest. Daraufhin ein Posaunist: das
schaffen wir hier auch mit Europa nie. Der Orgelbauer meldet sich nun zu
Wort und meint, dass auch in Deutschland eine Orgel-Securitate herrsche,
lediglich den "Orgel-Ceaucescu", den gäbe es noch nicht. Was nun ein Violinist
genauer wissen möchte. Nachdem dann kurz vor dem Pausengong dieser
Orgelbauer ins Detail gegangen war, ja da fing der ganze Bläserflügel
bitterlich an zu weinen, und noch im Hineingehen zur nächsten Probestaffel
ruft ihm schluchzend der Trompeter zu: "...dann lieber hier Rumänien, wie es
leibt und lebt!" |
 |
direkt nach diesem tatsächlich passierten, aber etwas poetisch ausgeformten
Beitrag der Philharmoniendiskussion erhielt ich eine Mail mit der
Anfrage, was denn im Atheneum für Konzerte aufgeführt werden. Hierzu werden
wir umgehend ein Beispiel geben. |
|
|
|
|
|
|
|
| 20.Nov |
heutiger
Artikel der rumänischen Adevarul über unsere
Arbeit im Atheneum in Bukarest. Sehr lange und intensiv hat sie
recherchiert, die junge rumänische Reporterin Florentina. Noch in Costa Rica
habe ich die ersten Fragen zur Orgelrestaurierung im Atheneum empfangen. Nun
also ist der umfangreiche Artikel veröffentlicht, und wir müssen erst mal
eine Übersetzung machen lassen, um das Ganze verstehen zu können. Jedenfalls
habe ich noch nie eine solche Begeisterung und Ausdauer im Erfragen aller
Details erfahren, als es hier der Fall war. Jetzt also beginnen die
rumänischen Medien sich für die Orgel zu interessieren.
|
|
|
|
downtown
Bucuresti
202 Fotos aus der Stadt
WORKSHOP(1) Restaurierung von EinfaltenMagazinBälgen
WORKSHOP
(2) Restaurierung von EinfaltenMagazinBälge
über die Restaurierung der Orgel
Disposition
der WalckerOrgel
Op. 2654 in Bukarest Philharmonie "George Enescu" Atheneum
1st
letter from Bukarest Op. 2654
|
|
|
|

Wenn
Orgeln zu Barrikaden werden: Die Orgel in
der Philharmonie in Bukarest, 1939 gebaut, scheint nach einer Aufzeichnung
eines Orgelbauers, jenen von Militärpflichten entbunden zu haben. Worauf der
Orgelbauer auf dem zentralen Motorbalgkasten eine prosaische Form gefunden
hat, dieses wichtige Ereignis mit ein paar Bleistiftsätzen festzuhalten:
Gruss an H.P. Entronnen
wildester Gefährden, die OSTA nun beschert auf Erden, stehn wir geborgen
hier im Laden, Denn in diesem Kriege werden Orgeln selbst zu Barrikaden.
Auch heute können Orgeln als Barrikaden gegen Stumpfsinn, Langeweile und
Stagnation ihre Funktion finden. Eine hervorragende Metapher!
|
|
|
|
|
|
|
|
aktuelles Thema in Bukarest Sommer 2007
Bukarester Blumenstände sollen verschwinden
Der
Bürgermeister von Bukarest findet seine Stadt zu unordentlich. Deshalb will
Adrian Videanu jetzt alle - so nennt er das - "balkanischen Aspekte auf den
Straßen" entfernen lassen. Erstes Opfer werden die einfachen Blumenstände,
die über die ganze Stadt verteilt und meist aus Holz oder Plastik gebaut
sind. Die Stände werden vor allem von Sinti und Roma unterhalten, die damit
seit Generationen ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Blumenverkäufer
richten ihre letzte Hoffnung auf den rumänischen Staatschef Traian Basescu.
Der war früher selber Bürgermeister von Bukarest und hatte gegen die Stände
nie etwas einzuwenden. Dazu ist zu
sagen, dass tatsächlich die ersten Blumenhändler verjagt wurden, praktisch
die einzigen Lichtinseln in diesem Meer aus Unfertigkeiten, was jedem
Touristen wohl als "balkanisch" in die Augen springt. So die elendige
Parksituation, die Müllsituation, die grauenhafte Verkablung, die sich in
der Funktionsfähigkeit des Strom-und Telefonnetzes bemerkbar macht. All
dieses "balkanische" Saugebräu anzugehen, das hätte Mut erfordert, nicht
aber die Vertreibung einiger geschäftstüchtiger, gesellschaftlich geächteter
"Zigeuner". gwm
|
|
|
|
Oscar Walcker
"Erinnerungen eines
Orgelbauers"
Bukarest 1939
|
|
|
|
In
Sofia wurde im Jahre 1938 eine Konzertorgel mit vier Manualen
und 70 Stimmen
aufgestellt. Die Hoffnungen, die ich auf das Aufblühen
der Orgelmusik in
Bulgarien gesetzt hatte, haben sich nicht erfüllt.
Die wenigen
Orgelkonzerte, die gegeben wurden, brachten dem Veranstalter
beträchtliche Verluste, er will kein weiteres Risiko mehr eingehen.
Die Miete für den Saal ist zu hoch, der Lebensstandard der
Mittelschicht der
Bevölkerung Sofias zu nieder, um die hohen Eintrittspreise
zahlen zu können. Die Honorare und Reisekosten der ausländischen
Organisten belasten den Konzertveranstalter außerordentlich. In Sofia
selbst ist niemand, der Orgel spielen
kann. So steht das schöne große
Werk, von meiner Firma W. Sauer in Frankfurt/Oder erbaut, unbenützt
und schläft seinen Dornröschenschlaf.
Die Millionenstadt
Bukarest besitzt einen großen Konzertsaal: das
Athenäum, in dem sich das musikalische und
kulturelle Leben Bukarests abspielt. Schon seit Jahren bestand der Plan, in
diesen Saal eine Orgel einzubauen. Ein Komitee, dem namhafte Personen der Bukarester
Gesellschaft angehörten, wurde gegründet, um Sammlungen einzuleiten; diese
brachten ein so gutes Ergebnis, daß an die Planung und Bestellung eines
Orgelwerkes herangegangen werden konnte. Die rumänische Radiogesellschaft, die dann und wann Orgelmusik Sendungen veranstaltete,
hatte ein lebhaftes Interesse
daran, ein Instrument zur Verfügung zu haben, das sie jederzeit
benützen konnte.
Da die rumänischen
orthodoxen Kirchen keine Orgeln besitzen, mußte
für diese
Übertragungen die Orgel aus der römischkatholischen Kirche
oder der deutschen
Kirche gemietet werden. Die Vermieter forderten eine verhältnismäßig hohe
Summe, die zu erhöhen immer wieder versucht
wurde. Ein dem Rundfunk jederzeit zur Verfügung stehendes
großes Orgelwerk war
zur dringenden Notwendigkeit geworden. Die
beiden deutschen
Firmen Steinmayer & Co. in
Öttingen und E. F.
Walcker & Cie. in Ludwigsburg wurden
aufgefordert, Dispositionen und Kostenanschläge einzureichen. Monatelang
zogen sich die Verhandlungen hin. Eines Tages erhielten wir die Nachricht, daß der Musikbetreuer vom
Radio Bukarest,
Nicolai Radulescu, beauftragt sei, nach Deutschland zu reisen, die beiden
Betriebe zu besichtigen und Verhandlungen
wegen Abschluß eines Lieferungsvertrags
zu führen. Radulescu kam zuerst
nach Ludwigsburg. Unsere Besprechungen waren erfolgreich, und
es kam zum Abschluß eines Vorvertrags.
Radulescu hielt es nicht mehr für nötig, zu Steinmayer nach Oettingen zu fahren und kehrte wieder in
die Heimat zurück. In Bukarest
wurden seine Vorschläge angenommen. Die offizielle Bestellung für das
Athenäum, ein Orgelwerk mit fünfzig
Stimmen auf drei Manualen und einem Pedal zu bauen, ließ nicht lange
auf sich warten.
Am 22. April 1939 fand
die Einweihung des Instruments in Gegenwart
einer zahlreich
geladenen Zuhörerschaft statt. Franz Schütz, Direktor
der Hochschule für
Musik in Wien, wurde eingeladen, in dem Konzert
zur Einweihung der Orgel zu spielen.
Orgelkompositionen von Bach, ein Konzert
von Händel mit Orchester und Orgel, sowie drei Chöre aus Händels
„Messias" mit Orchester, Chor und Orgel kamen zum Vortrag.
Besonders großer Beifall, der auch der
Orgel galt, wurde dem Orgelspiel gezollt.
Die Orgelmusik hat
seitdem auch in Bukarest ihren Platz im Konzertleben
errungen. Der zweite Stützpunkt für das königliche Instrument im
nahen Orient war gewonnen. Ein tüchtiger
Organist, Leipziger Schule,
Joh.
Stadelmann, wirkt in der Deutschen Kirche. Er wird auch Organist
im Athenäum werden. Vielleicht gelingt es,
von Bukarest aus, die Frage des
Orgelspiels auch in Sofia wieder in Gang zu bringen. In nicht ganz
zwei Stunden erreicht man die Hauptstadt Bulgariens mit dem Flugzeug.
Ich hatte mich
entschlossen, zur Übergabe und Einweihung der Orgel
nach Bukarest zu
fahren. Bei meiner Ankunft im Palacehotel in
Bukarest wurde mir
ein Brief ausgehändigt, der eine Einladung der
Deutschen Gesandtschaft zu einem Frühstück
enthielt, an dem achtzehn Herren und Damen der Bukarester Gesellschaft
teilnahmen. Nach dem Einweihungskonzert folgten die gleichen Personen einer
Einladung des Präsidenten der
AthenäumsGesellschaft, einer Excellenz, deren Namen mir leider
entfallen ist, zum Abendessen.
Seltene
Gastfreundschaft durfte ich während meines Aufenthalts erfahren.
Einladung folgte auf Einladung. Nur ein Beispiel: Der Sonntag,
den ich in Bukarest
verlebte, brachte mir nicht weniger als drei Einladungen
zum Mittagessen, von denen ich natürlich nur eine annehmen
konnte. Der Nachmittag
sah mich bei einer Kaffeevisite. Um neunzehn Uhr hatte ich einige Personen
zum Abendessen in mein Hotel gebeten.
Dann folgte ich um
einhalbzehn Uhr einer Einladung des Botschaftsrats
der Deutschen Gesandtschaft.
Als ich in Bukarest
ankam, wurde mir gesagt: „Seien Sie froh, daß Sie nicht einige Tage früher
gekommen sind, Sie wären dann vielleicht auf
irgend einer Station liegen geblieben".
Rumänien hatte vier Armeekorps mobilisiert, die Kriegsgefahr stand in drohender Nähe. Die Züge, sogar
der Orientexpreß, wurden unterwegs
geräumt, um Truppentransporten zu dienen. Die Ungarn hielten die Zeit
für gekommen, in Siebenbürgen einzurücken,
um sich des durch Friedensvertrag von 1918 verlorenen Landes wieder
zu bemächtigen. Die Ungarn sollen versucht haben, das deutsche Element in
Siebenbürgen zu einem Aufstand gegen Rumänien aufzuputschen, um dann die
Gelegenheit zu benützen, in dieses Gebiet
einzumarschieren. In diesem kritischen Augenblick gebot Berlin, wohin
sich der rumänische Außenminister zu Verhandlungen begeben hatte, ein
Halt, das all der Unruhe und den
Gerüchten ein Ende bereitete. Als ich
ankam, wurden die Reserven wieder
entlassen und die Mobilmachung wieder aufgehoben.
Diese Mannschaften machten keinen guten
Eindruck. Abgetragene Uniformen, auf dem
Rücken einen großen Rucksack, Gewehr,
das Seitengewehr und die Patronentasche waren die einzige Ausrüstung,
die ich zu sehen bekam. Müde, vorn übergebeugt, trotteten diese
Soldaten daher. Aus Deutschland kommend,
konnte ich diese ganze Situation
nicht recht verstehen. Niemand wußte bei uns, daß sich zwischen
Ungarn und Rumänien derartige, zu einer Entladung drängende
Spannungen entwickelt hatten. Der für
Deutschland und Rumänien so wichtige Wirtschaftsvertrag war unter Dach und
Fach gekommen; ich stand einem Rätsel gegenüber. Ich suchte mich zu
orientieren und bat
Radulescu um
Aufklärung über die mir völlig unklaren Verhältnisse. Von ihm, der ja
durch seine Tätigkeit beim Rundfunk die Dinge kennen
mußte, erhielt ich dann folgende Darstellung: Eines Tages verbreitete
Radio Rom und auch Budapest die
Nachricht (Radulescu hatte es selbst
gehört) Deutschland und Ungarn
beabsichtigen Rumänien anzugreifen.
Diese Meldung und noch andere positive Nachrichten hätten dann den
Anlaß zur Mobilmachung gegeben. Radulescu
schilderte dann wie man, von
Bukarest aus gesehen, die Lage auf dem Balkan beurteilte: Die
Deutschen Siebenbürgens hätten nicht daran gedacht, diesen ungarischen
Lockungen zu folgen, denn die deutsche
Bevölkerung habe in Rumänien mehr
Rechte und Freiheiten, als die fremden Bevölkerungssplitter in
Ungarn. Die Bulgaren fordern von Rumänien
die Dobrudscha, die Kroaten in Jugoslawien ihre Autonomie. Die
Mazedonien wollten einen selbständigen
Staat bilden, der dann letzten Endes, wie Albanien, unter
italienische Oberhoheit kommen sollte. So schien der Balkan wieder
zum Hexenkessel Europas werden zu wollen. Radulescu meinte, Rumänien werde
bei einem kommenden europäischen Krieg wieder in diesen hineingezogen. Öl
und Benzin seien heute in einem Krieg die wichtigsten Rohstoffe, um diese
Frage werde sich alles drehen.
Mehrere Male war ich
vor dem Krieg in Bukarest. Nun war ich erstaunt
zu sehen, wie sich diese Stadt in
amerikanischem Tempo verändert und
entwickelt hatte. Hochhäuser türmen sich in den Straßen. Baublöcke werden
abgerissen, Straßen durchgebrochen. Monumentalbauten entstehen.
Das königliche Schloß wird wesentlich
erweitert, weiträumige Boulevards werden
gebaut. Bukarest, das kleine Paris, ist zur Millionenstadt geworden.
Nur noch selten sieht man typisch rumänische Bilder. Bei der Fahrt
durch eine der großen Straßen sehe ich
ein unvergeßliches Bild. Vor den
Gittern eines Parks liegen, sitzen, stehen Zigeunerinnen jeden Alters,
vor sich Körbe leuchtender Blumen.
Die farbenfrohe Tracht der Frauen
steht in wunderbarem Einklang zu den Farben der Blumen, ein Bild,
das jedes Malerherz entzücken müßte.
Selten nur sieht man in den
Straßen die typisch bäuerliche Tracht oder das ländliche Fuhrwerk, das
früher das Straßenbild
beherrschte. Heute rasen Autos durch die Straßen;
eine gewisse Nervosität der Taxiführer
fällt auf, die Bremsen knirschen,
jeden Augenblick Gefahr im Verzug; dann heult der Motor wieder auf,
ein wahres Wunder, daß man heil aus dem
Getriebe wieder herauskommt.
Große Eleganz weisen die Droschken gerade nicht auf, außen
noch einigermaßen gut lackiert, beherrscht aber im Innern der Dreck
das Feld.
Der Zweck meiner Reise
ist erfüllt, neue Verbindungen und Bekanntschaf
ten sind angeknüpft, neue Aufträge sind in Aussicht. Vereinbarungen
mit der größten Orgelbaufirma Rumäniens,
Wegenstein & Söhne in Timisoara,
über eine Zusammenarbeit auf dem rumänischen Arbeitsgebiet waren getroffen. So konnte ich wieder an die Heimreise denken.
Die Erwartungen, die ich an diese Orgel knüpfte, daß sie der
deutschen Orgelmusik Eingang in Rumäniens
Hauptstadt verschaffte, hat sich
vollauf erfüllt. Das große Erdbeben, welches Bukarest vor einigen Jahren
traf, hat auch die Orgel im Athenäum beschädigt, sie wurde
wieder hergestellt und in Gebrauch genommen. Das Bukarester Publikum
beginnt immer mehr an der Orgelmusik Gefallen zu finden. So
hat
Fritz Heitmann (Berlin) im fünften
Kriegsjahr zwei Orgelkonzerte dort
gegeben. Die Berichte, die ich über diese Konzerte aus Bukarest
erhielt, waren des Lobes voll; unter
anderem hieß es: „als am zweiten
Abend Heitmann ein Orgelkonzert von Händel für Orgel und Orchester
spielte, sei sowohl das Publikum, als Orchester mit seinem Dirigenten
Enescu
tief ergriffen gewesen von der meisterhaften Begleitung Heitmanns". Durch diese Erfolge fühlte sich
die Direktion des Königlichen Konservatoriums zu Bukarest veranlaßt, eine
Orgel für diese Schule zu bestellen und
Orgelmusik als neues Lehrfach aufzunehmen. Der Organist
der Deutschen Kirche,
Stadelmann, soll
diese Klasse übernehmen. Es ist wohl anzunehmen, daß dadurch auch die
Orgel und die Orgelmusik in Rumänien immer noch weitere Kreise erobern wird.
|
|
|
|
|
|
|
|
Oscar Walcker »
Erinnerungen eines Orgelbauers «
Bukarest, 1911
Wenn man die
ungarische Tiefebene, von Hermannstadt kommend, verläßt, türmen sich die
gewaltigen Höhen der Karpathen vor den staunenden Augen. In
wildzerklüfteten Tälern windet sich der Schienenweg zur Höhe empor. Wasser
stürzen von kahlen Felsen herab. Endlose, tief-schwarze Wälder bedecken die
Berge. Die Gebirgsnatur ist hier wildromantisch, ursprünglicher wohl als in
irgendeinem Gebirge Europas. Langsam senkt sich die Bahn, Sinaia, der
Sommersitz der reichen Bukarester, taucht auf; vorbei an den turmhohen
Bohrtürmen der Erdölfelder, die sich endlos dehnen, gehts der Hauptstadt
des Landes entgegen. Winter ists, Schnee bedeckt das Land; auf den
Bahnhöfen überall Gruppen von Bauern und Bäuerinnen, gleich mit dem wolligen
Schafspelz gekleidet; ob Mann, ob Frau, ist nicht zu unterscheiden. Die
Evangelische Gemeinde in Bukarest will 'eine neue Orgel bauen. Ein
musikbegabter junger Organist sucht neues musikalisches Leben in die
Gemeinde zu bringen. Die Orgel soll so groß werden, wie der Raum es nur
irgend ermöglicht. Geld steht genügend zur Verfügung. Die deutsche Kolonie
in Bukarest steht in hohem Ansehen, besitzt in dem Königspaar ihre stärkste
Stütze. Der Hohenzoller Karol
I. war Rumäniens erster
König; er und seine Gattin Elisabeth sind von hoch und niedrig geachtet und
geehrt. Der starke Zusammenhalt der Deutschen gründete sich nicht nur auf
die Kirchengemeinde, sondern ebenso auf die ausgezeichneten Schulen, welche
die deutsche Kolonie unterhält. Es ist ein Vergnügen, mit den maßgebenden
Herren zu unterhandeln und zum Geschäftsabschluß zu gelangen. Ein
dreimanualiges Werk mit 33 Registern sollte die Kirche zieren.
alles Weitere auf
unserer Seite CARMEN SYLVIA |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|