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"Die wahre Weihe ist doch, dass man alle Forderungen ans Leben aufgibt" Sören Kierkegaard in "Der Liebe Tun"
13.Juni

Redundant Hall&Broadfield Organ aus ca. 1930 mit 17 Register auf II.Manual und Pedal zu verkaufen.

Ein Gutes hat unsere Wohnung im 6ten Plattenbaustock im Zentrum von Bukarest: Man kann endlich auf geeigneter Stereoanlage  Regers "Infernofantasie" in ausreichend gesättigter Lautstärke  hören. Das stört hier keinen Menschen. Weder physikalisch noch physisch. Denn dazu hat Bukarest genügen "Inferno". Ich glaube, dass diese Stadt für solcherlei Musik empfänglicher wäre als jede andere. Man kommt so mit dieser Interpretation von Wunderlich sehr nahe an die ursprüngliche Aufführung und liegt nach den 21 Minuten leichenblass im Bett. Die Wirkung ist umwerfend. Die Darstellung Wunderlichs auf der Schwäb. Haller Orgel einfach genial. Vielleicht eine Prise zu scharf sind die Mixturen gewürzt. Dadurch fällt der transzendentale Schritt ins Reich der "Klangschatten" nur schwer. Die Bässe aus der Walcker-Orgel hingegen: exakt  richtig dosiert, Meer und Grund. Das Hintergrundrauschen der Stadt, das endlose Gehupe, die Polizei- und Sani-Sirenen, das hysterische Geschrei usw., all das gibt dieser Fantasie noch zusätzliche Transparenz. Wieso Reger noch nicht vom Fernsehen oder Hollywoodkino entdeckt wurde, ist mir ein blankes Rätsel. Bei ihm ist alles was Scheinwelt, Vision, Imagination, Konstruktivismus, Show, Theater, Symbolismus, und sowieso die Vorwegnahme des musikalischen Surrealismus und besonders des magischen, abstrakten Expressionismus enthalten. Genau diese Prise Wahnsinn, den der heutige TV-Neurotiker gerade noch verträgt, und sich teilweise unter Niveau mit Stefan King und  gothic Thrills injiziert, findet er in segensreichen, aetherischen Substanzen aufgetragen, beim David Lynch der Orgelmusik: Max Reger. Hier aber geht geht alles einfacher und tiefer.

Die anstehende Intonation in Bukarest-Atheneum wollen wir hier etwas demonstrieren. Und zwar habe ich vor, neben den Bildern der Register, die Klänge in freien Improvisationen zu zeigen. Dabei unterscheiden wir zwischen dem einfachen Klang des Registers und dem Klang mit Super-Koppel und addierter Sub-Koppel. Alles das sieht dann etwa wie folgt aus:

Nachthorn 8' - Schwellwerk

Nachthorn 8' - mit Super

Nachthorn 8' -  mit Sub

Hellprincipal 4' - Schwellwerk

Hellprincipal 4' - mit Super

Hellprincipal 4' - mit Sub

Hellprincipal 4'  und Nachthorn 8' Super+Sub

Es werden hier also noch die Bilder der Pfeifen und Mensuren dazu getan, so dass man am Ende dieser Arbeit ein umfassendes Kompendium über die REgister eines solchen aus der Orgelbewegung stammenden Instruments  zusammen bekommt. Das soll in jedem Falle eine Ergänzung zu unserer www.AEOLINE.DE Seite werden.

Die Walcker-Orgel im Bukarester Atheneum und "Die Zeit von Gestern" ein Beitrag von mir zur  Veröffentlichung einer Schrift anlässlich des 120 jährigen Bestehens des Atheneums in Bukarest 1888-2008.

05.Juni

Bereits heute können wir absehen unsere weiteren Arbeiten in Costa Rica, Portugal, Spanien, Australien (womit wir dann alle 5 Erdteile mit Orgelarbeiten besucht haben), Schottland und Spanien, entwickelt sich mit Namen "Walcker" etwas, das wieder Anbindung an die ersten Bewegungen findet . Statt Rucksack - Samsonite. Statt schweinsleder gebundene Lutherbibel- Laptop mit Anschluss an die Heimatsprache. Und wie das Konzert Grandjean und Schmitt zeigt, war die Wahl meines Vaters, das Saarland als "neue Heimat" zu erwählen, eine glückliche Fügung, weil man damit sagen kann, in die "Heimat Europa" geographisch zentrierter sich einlassen zu können. Wie auch hier in Bukarest neben Rumänen, auch Ungarn und Bulgaren als Mitarbeiter für neueuropäische Orgelvielfalt sorgen, so wird man im außereuropäischen Raum immer ganz begeistert als Kulturträger der Deutschen und dann sofort als Europäer empfangen, der zweifellos "Englisch" als Zweitsprache wenigstens zur einfachsten Verständigung beherrschen muss. Buna diminyatza - Guten Morgen, auf Rumänisch, das dauert dann schon ein Weilchen, bis man das gelernt hat, wenn man als "Spätlese" die Fremdsprache zu erlernen versucht. Daher, meine Empfehlung, so viel und intensiv als möglich: "Sprachen lernen" und immer parallel zur Orgel hören. Provinz ist nicht dort, wo eine Landschaft abgelegen liegen mag, sondern wo das reaktionäre und zurückgebliebene Denken beheimatet ist, wo man den "Fremdem" immer noch mit einer unterschwelligen Angst begegnet., die auf eigener Unsicherheit beruht  Nur mit offenen und aufgeschlossenen Sinnen können wir die heutigen Probleme der Welt angehen. Provinzler, so gerne sie sich auch in der Orgelwelt eine Heimat gründen mögen, die man als das Reich des Gestrigen schlechthin versteht, in die man sich vor der Hässlichkeit des Alltags zurückziehen kann, sind dafür gänzlich ungeeignet. Natürlich kann man auch "Provinzialität" exportieren. Das Bild des Einfaltspinsels, der sich vor technischer Unbeholfenheit in anderen Ländern vor Lachen krümmt, sollte nicht unbedingt das "BILD des Deutschen" werden. Ist es aber bereits. Daran, oder besser gesagt, dagegen, also, arbeiten wir auch. (gwm)

Im Namen des  Führers: Sanierungsfall Martin-Luther-Gedächtniskirche Berlin und die Walcker-Orgel aus 1936. Nach dem Krieg hat man sich beeilt, die von den Reichsadlern getragenen Hakenkreuze an den Kacheln zu entfernen. Auch eine Halbbüste Hitlers mit einem Weihespruch im Eingangsbereich verschwand. An ihrer Stelle grüßt heute Luther. Gemeinsam mit Paul von Hindenburg, dessen Büste an der gegenüberliegenden Wand bleiben durfte. Der Sakralbau wird nach wie vor als Kirche genutzt. Wenn auch selten, wegen der Baufälligkeit. Eine besondere Geschichte verbindet sich mit der von der Firma Walcker gebauten Orgel. Ihre bogenförmig angeordneten Pfeifen fügen sich wunderbar in den Raum. Merkwürdig nur ihre Bemalung im Stil einfacher Bauernmalerei. Weil offensichtlich auch die Nazis ihre Qualität schätzten  ließen sie die bereits für Mariendorf gefertigte Orgel im September 1935 nach Nürnberg transportieren (das ist leider schlecht recherchiert-  gwm). Zum Reichsparteitag der NSDAP. Dort begleitete sie jenes perfekt choreografierte, quasi religiöse Züge tragende Massenspektakel.

02.Juni

Das Konzert Grandjean und Schmitt an der Walcker-Orgel in Wemmetsweiler. Die beiden Konzertorganisten Olivier Schmitt aus Moyeuvre-Grande, Frankreich, und Francois-Xavier Grandjean aus Namur in Belgien gaben wohl eines der besten Konzerte, das wir im Saar-Franco-Belgia Raum seit langen Zeiten hören konnten. Unheimlich die Präzision von Olivier Schmitt (Bild rechts unten am Spieltisch Dudelange) über 25 Minuten beim ""Grand Pièce symphonique" von Cesar Franck, das wie auf diese Orgel zugeschnitten schien und dem Hausorganist Manfred Kochems als eines seiner Lieblingsstücke besondere Aufmerksamkeit entgegenbrachte. Bei "Brahms" fiel mir die wunderschöne Registrierung von Francois-Xavier auf, der mir anvertraute, dass er diese Klänge der Orgel ganz besonders schön finden würde. Ein großartiges Kunststück gelang Francois-Xavier (Bild links oben) mit Mendelssohns Sonate, die er teilweise ohne die Noten zu beachten, mit tiefster Emotion ins Kirchenschiff trug. Ganz, ganz große Klasse, eine tiefgründige, beseelte Interpretation. Mit Lumina von Decerf entfachte Francois-Xavier ein explosives Lichtfeuerwerk, das, wie ein im Publikum hörender Organist später beim Nachtrunk bestätigte, wie nie zuvor die Kraft und Herrlichkeit der Orgel in dieser Deutlichkeit offenbarte. Eine solche powervolle  Pedaltechnik, wie sie Grandjean hier zeigte, wird wohl im fortgeschrittenen Alter kaum noch ein Organist aufbringen können. Mein Fotoapparat war leider mit 2Gigabyte restlos voll, so, dass ich dieses Wunderspiel nicht mehr aufnehmen konnte - Aber, und das ist das Schöne, wir haben das komplette Konzert in bester CD-Qualität mit einer TASCAM-Maschine DR-1 aufgenommen, die natürlich am Altar unten angebracht war, und geben hier einige Stücke zum Besten.  Das Konzert fand am Sonntag, den 1.Juni 2008 19.Uhr30-21 Uhr statt:

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Olivier Schmitt

"Grand Pièce symphonique" op.17 von Cesar Franck (1822-1890) (17MByte - MP3)

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Francois-Xavier Grandjean

Fantasie und Fuge BWV 537 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) (7,5MByte - MP3)

"Herzlich tut mich verlangen" ( 2 Versionen) von Johannes Brahms (1833-1897) (5,5MByte - MP3)

Sonate Nr. 6 über "Vater unser im Himmelreich" Opus 65,5 von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)(11,5MByte - MP3)

"Lumina" von Firmin Decerf (geb. 1942)(6,75MByte - MP3)

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Zugabe: beide Organisten vierhändig : Hesse, Fantasie

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Die Walcker-Orgel in Wemmetsweiler, ausführlich beschrieben, mit Dispo und Bild

 

auf unserer ersten Seite gibt es: die Barkermaschine im Deutsch-Romantischen Orgelbau

Die Orgel in der Gegenwart: im Mai 1939 schreibt Dr. Hans Klotz, Aachen, im "Evangelischen Kirchenmusiker", noch völlig trunken von den Leipziger Musiktagen der Hitlerjugend und dem dort erschienen Schrifttum: "Aus dem vielfältigen Inhalt dieser Aufsätze gebe ich zusammenfassend folgendes wieder: In Zukunft wird jeder Feierraum des Volkes und der Bewegung grundsätzlich eine Orgel erhalten. Die Fragen der Orgelkunst werden damit in ungeahntem Ausmaß in den Blickpunkt der breiten Oeffentlichkeit gerückt. Für die Hitlerjugend ist in dieser Hinsicht die "Orgelarbeitsgemeinschaft der HJ" zuständig, die unter Gotthold Frotscher arbeitet. (..) Letzter Sinn der Feierstunden ist, das Gesetz des Allgültigen, des Bleibenden in die Gemeinschaft der Feiernden zu tragen. (..) die Durchschnittskonzertsäle reichen in dieser Hinsicht auch nicht entfernt an die Feierlichkeit der Raumwirkung unserer alten deutschen Kirchen heran. (..)Zur Wiedererlangung einer volkstümlichen Orgelmusikpflege gibt es kaum einen geeigneteren Weg als die Beschäftigung mit dem Positiv. (..) Johann Sebastian Bach: für die Hitlerjugend wird es unerläßliche Aufgabe bedeuten, dessen Werk im deutschen Volk einen Ehrenplatz zu schaffen." Zitate eines der ganz großen GDO-Menschen, und das nicht etwa in den ersten Tagen der Verirrung. Nein, nach 6 Jahren brutalster Zwangsherrschaft der "Bewegung", wo jeder Volksgenosse an allen Ecken des Landes die KZ's aufblühen sah und die Verfolgungen der Gestapo ihre Höhepunkte erreichten. Zu diesem Zeitpunkt eine solch widerwärtige Glorifizierung eines Volkstums zu vermitteln, das unter brutalster Menschenverachtung aus diesem Land einen geistlosen Folter-Kerker gemacht hatte, erscheint blasphemisch. Wir haben, um keinen Anlass zu geben, etwas aus dem Zusammenhang gerissen zu haben, das Blatt gescannt und als Link dem Titel unterlegt. Dass in der GDO noch keine Vergangenheitsbewältigung stattgefunden hat, erkennt man schon daran, dass genau wie in den 30er Jahren, man sehr schnell bei der Hand ist, "per Dekret fremde Erscheinungen auszuschließen", so wie man dort den letzten Juden von der Orgelbank gejagt hatte, und so wie es die  "kleinen Fürsten auf ihren Pfalzen" heute noch mit Orgelbauern tun. Von liberaler und humaner Orgelkultur sind wir hier in diesem Lande noch meilenweit entfernt. Wir haben ein Zwangssystem, das genau aus dieser Nazizeit stammt. Dafür haben wir heute aber die "Technik", an der man sich "sattschwätzen" kann, ohne dabei elementare Dinge, die mit Orgel und dem Menschen zu tun haben, je berühren zu müssen. (gwm)
29.Mai

Max Reger und Ligeti : genau vor einem Jahr habe ich ihn geschrieben, dazu ein verehrendes Bildchen von "Max" gemalt, das einen Orgelprofessor so begeistert hat, dass er eine Replik davon anforderte; einen Artikel der bis heute wohl über zweitausendundeinmal aufgerufen wurde. Manche Resonanz kam. Aber es ist mir schon klar, dass man als Orgelbauer keine essentielle Aussage über Orgelmusik machen kann. Noch weniger gelten heute polemisch überspitzte Aussagen über "den Zustand der Orgelwelt", auch wenn sie ihre Berechtigung haben. Der Grund ist sehr einfach: Das Geschäft des Orgelbau, und heute das der Orgelverwahrung, ist mit einer zutiefst reaktionären Klientel gesättigt, die maximal etwas "technische Zugeständnisse" an die Zeit macht, aber ansonsten noch irgendwo zwischen gotischem Mittelalter und Anfang der Renaissance geistig hängen geblieben ist. Galilei und der Humanismus werden noch bezweifelt, die Aufklärung ist noch fern. Wir sehen es am Besten an der "Verwaltung der Orgelbauer", hier ist noch nicht einmal der Neoliberalismus des 19.Jahrhunderts eingedrungen. Und die kleinen Diktatoren von der Pfalz bis Südschwarzwald scheuen sich nicht, Orgelbauer per Diktat von Aufträgen auszuschließen, die sie überhaupt nicht kennen. Wer hier noch den Christ in der Kirche findet, dem sei gratuliert. Mein Grund, warum ich mich zu Bach und Reger einfinde: dort leuchtet es noch,  mein "lux aeterna", übermenschlich erstrahlend.

Über spät- und nachromantische Walcker-Orgeln: Auf Grund einer Vertretung habe ich auf der Walckerorgel in der Johanneskirche in K. spielen dürfen, ich habe mittlerweile auf vielen Orgeln spielen können, aufgrund meiner Tätigkeit in Düren NRW auch auf recht großen Orgeln wie der 4 manualigen Steinmeyerorgel, die so ziemlich alle modernen Spielhilfen für Organisten hat. Aber ich muss sagen, dass die Walckerorgel in Kornwestheim, mit Abstand die beste war, auf der ich spielen konnte. Die Abstimmung bzw. die Auswahl der Register für diese Orgel ist wirklich gelungen, sie bietet einen jeden Kirchenmusiker beste Bedingungen zum Arbeiten. Ursprünglich komme ich aus Weimar, durch Zufall habe ich gelesen, dass die Stadtkirche Weimar ebenfalls eine Walckerorgel hatte, da es in Deutschland mehre Weimars gibt, wollte ich mich bei Ihnen erkundigen, ob es sich tatsächlich um Weimar-Thüringen handelt? Die Stadtkirche in Weimar Thüringen bekam ja vor  3 Jahren eine komplett neue Sauerorgel, wobei dieser Neubau in meinen Augen nicht gerade gelungen ist, sollte das Vorgängermodell tatsächlich eine Walckerorgel gewesen sein, dann würde ich es sehr bedauern, dass diese nicht Restauriert wurde, da man eine solche Qualität nicht bei jeden Orgelbauer bekommt. CB

Antwort:

Die Walcker-Orgel in Kornwestheim  wurde 1957 gebaut auf Tonkanzellen, während die Walcker-Orgel in Weimar als Opus 1255 genau fünfzig Jahre zuvor als typisch spätromantisches Werk mit Taschenladen gefertigt wurde. Sie bestätigen mir etwas, dass ich immer wieder genauso festgestellt habe, nämlich dass die Orgeln der 50er Jahre ihre klanglichen Qualitäten haben, die durchaus mit spätromantischen Orgeln parallel gehen, während wir heute Orgeln der „Schrei-und  Brüllphasen“ serviert bekommen, die eigentlich keiner will, aber alle bauen sie. Momentan bin ich in Bukarest an der Oscar Walcker-Orgel mit Restaurierung beschäftigt, und dort habe ich mich sofort mit diesem weichen, angenehmen Klang angefreundet, der beide Elemente irgendwie vereinigt, das „Spätromantische“ und das „Nachromantische der 1950er Jahre“. Ich hoffe nur, dass bei den gegenwärtigen Restaurierungen und Ausreinigungen nicht diese zarten Orgelklänge der spätromantischen Intonateure wie sie bis Ende der FünfzigerJahre sehr oft anzutreffen waren, nicht am Ende dieser Putz- und Historienaufbereitungen endgültig hinausgeblasen sind, weil man ja alle möglichen französischen Trompeten-Musikstückchen darauf gehört haben muss . Da habe ich viele ernüchternde Erfahrungen sammeln dürfen und hoffe, dass man zur Besinnung kommt, bevor alles nach schlechten Cavaillé-Kopien klingt.

In der Anlage ein Blatt von der Walcker-Orgel in Weimar, mit wunderschöner Disposition. Meines Wissens hat Sauer bereits in der 30er Jahren etwas Neues in Weimar eingebaut, und nun gibt es eben dieses klanglich indifferente Gebilde aus 1998, das in meinen Ohren nirgendwo richtig einzuordnen ist und weder "gut noch bös" ist. Der Gedanke, spätromantische Orgeln zu restaurieren ist im deutschsprachigen Raum nicht sehr alt. Das kam erst nach den 80er Jahren auf, und ist heute noch nicht in jeden Winkel durchgedrungen. Oft erlebt man als Orgelbauer, dass Menschen ein positives Klangphänomen beschreiben, das sie historisch nicht einordnen können, das aber seine Wurzeln in der Romantik hat, die doch eigentlich "Verfall" darstellt. (gwm)

Buchempfehlungena) Organista et homo doctus, Butzverlag 2008, wenn akademische Organologen zum Lateinern anfangen und das in berüchtigten Supper-Vokabeln, also  wenn die an der Gegenwart vorbeiplappernde ars criminalis organolis, es anpackt, einen der Ihren (Rudolf Walter) zu ehren, dann kann einem rasch der antike Sprachkoller einholen (man erspare uns drastische Beispiele). Dennoch, wer die Gefahr nicht wagt, der das Rettende nicht sieht. Sprich: von dem Orgelalltagsdeutsch der Wanderprediger und Forumsschwätzer wird ein nach Erkenntnis Lechzender kaum satt. Eher noch trans-spiriert denn inspiriert. So gesehen ist alle Literatur, die gründlich durchdacht ist, egal aus welchen Motiven, eine unübersehbare Quelle der Erweiterung des beruflichen Rahmens. Wir haben in dem Buch einige sehr interessante Artikel von Hermann Fischer, Wolfram Hackel, Christian Lobback. Enttäuscht war ich von dem gehaltlosen und maßstabslosen Bericht von Horst Sander über den Walckerschen Barkerhebel in der Votivkirche zu Wien, weswegen ich das Buch gekauft habe. Ein Füllstück gleich einer Werbeanzeige, ohne nennenswerten Informationswert - uns sind solche staubaufwirbelnden Sprüche, die man öffentlich klopfen darf, weitgehend verwehrt. Sehr überzeugend "Hermann Busch - Regers Orgelmusik in französischer Sicht".  b)  Zur Orgelmusik Olivier Messiaens, Butzverlag 2008. Man müsste französisch nicht nur sprechen sondern auch träumen können - um den ganzen und komplexen Inhalt jener Musik  Messiaens zu fassen zu kriegen. Aber, als Deutscher ohne jene Sprachkenntnis haben wir immer auch irgendwie den Zipfel des Geheimnisses oder der Verheimlichung in der Hand - auch beim Durchblättern dieser rein musikalischen Seiten, die von Reimund Böhmig, Hermann Busch, Michael Heinemann, Burkhard Meischein und Lydia Weißgerber erstellt wurden. Reinste Musikinterpretation in Begriffen!! Für Organisten mit Sicherheit eine wichtige Lektüre, für Hörer, die Messiaen hören, und das ist eine seltsame Spezies, eine grandiose Bereicherung. (gwm - nach einer Buchprüfung)

Impressum : 

Besitzer : Orgelbau Gerhard Walcker-Mayer

G. Walcker-Mayer (gwm) gewalcker@t-online.de

Telefon 0049 6805 - 2974 oder 0049 170 9340 126

Telefax 0049 6805 91 3974    

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